40 Jahre Städtepartnerschaft Duisburg - Wuhan

40 Jahre Duisburg - Wuhan

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Duisburg - Wuhan: 40 Jahre gelebte Städtepartnerschaft

Die allererste deutsch-chinesische Städtepartnerschaft wurde im Jahr 1982 während eines Besuchs des Oberbürgermeisters Josef Krings in der zentralchinesischen Stadt Wuhan begründet. Die Stadt Duisburg kann damit auf 40 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit und gelebte Partnerschaft mit der Stadt Wuhan zurückblicken.

Die ersten Kontakte resultieren aus den Jahren 1978 bis 1982, als ein Zusammenschluss der Duisburger Firmen Mannesmann-Demag, Krupp-Industrie-Technik und Thyssen Consulting gemeinsam ein Kaltwalzwerk in Wuhan errichteten. Damals lebten mehr als 300, überwiegend aus Duisburg stammende Ingenieure mit ihren Familien in Wuhan. Aus diesen ursprünglich wirtschaftlichen Kontakten erwuchsen nicht nur verschiedene persönliche Kontakte, sondern auch die Idee einer Städtepartnerschaft. Gerade die Ähnlichkeiten der beiden Städte im Hinblick auf deren geografische Lage oder die wirtschaftliche Strukturen verstärkten den Wunsch nach Austausch und Kooperation.

Deutsche und chinesische Teilnehmer des Austauschs 1982 in Wuhan
Ein Bericht von Herrn Dr. Theo Messing über den Abschluss der Städtepartnerschaft im Jahr 1983

1. Wuhan

Die Stadt Wuhan ist mit mehr als 11 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Stadt Chinas und gleichzeitig die Hauptstadt der Provinz Hubei. In Wuhan selbst ist der "Turm des gelben Kranichs" erwähnenswert, einer der drei größten historischen Pagoden Chinas und das Wahrzeichen der Stadt. Wie Duisburg durch den Rhein wird die Stadt Wuhan durch den großen Yangtse-Fluss geteilt. Das Element Wasser ist in der Stadt allgegenwärtig und wichtige Nebenströme wie der Han Jiang haben ihren Mündungspunkt im Stadtgebiet Wuhans.

Wirtschaftsreise der Delegation der Stadt Duisburg in die Volksrepublik China unter Leitung des Oberbürgermeister Sören Link, Foto: Zoltan Leskovar

Diese Partnerschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten in ganz unterschiedlichen Feldern entfalten können, z.B. bei Schulkooperationen, zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit, dem Austausch in Forschung und Wissenschaft oder wirtschaftlichen Kooperationen.

2. Der Chinesische Garten im Duisburger Zoo

Der Chinesische Garten, auch Yingqu Garten genannt, ist ein zu Stein gewordenes Symbol der Städtepartnerschaft. Der Garten wurde 1988 als Geschenk Wuhans an die Stadt Duisburg auf der Ostseite des Zoos errichtet. Sämtliche Bauelemente und Materialien des Chinagartens wurden traditionell in China gefertigt und bieten einen authentischen Blick in die Kultur der Partnerstadt.

Anlässlich des vierzigjährigen Jubiläums saniert die Stadt Duisburg den Garten grundlegend. Auch diesmal kommen sowohl die chinesischen Materialien als auch einige Skulpturen als Geschenk wieder aus Wuhan. Obwohl die chinesischen Handwerker nicht aus Wuhan einreisen konnten, tauschten sich die deutschen und chinesischen Teams online aus, so dass die Sanierung inmitten der Pandemie gelang.

3. Schulkooperationen

Duisburger Oberbürgermeister Sören Link mit einer Schülergruppe aus Wuhan

Chinesisch als Fremdsprache erfreut sich einer steigenden Beliebtheit. Deshalb bieten das Max-Planck-Gymnasium sowie das Landfermann-Gymnasium Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Chinesisch bereits in der Schule zu erlernen. Das Max-Planck-Gymnasium lebt eine aktive Partnerschaft mit der Wuhan-Foreign-Languages-School in der Partnerstadt Wuhan seit 1994 und bietet Chinesisch als reguläre Fremdsprache ab der 7. Klasse und als neu einsetzende Fremdsprache ab Klasse EF/11 an. Darüber hinaus pflegt das MPG einen virtuellen Austausch mit der Olympischen-Garten-Schule in Shaanxi.

Das Landfermann-Gymnasium bietet eine Chinesisch-AG an. Dabei kooperiert das Gymnasium mit der Experimental-Foreign-Languages-School in der Stadt Chengdu. Zudem nehmen die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Chinesisch-Unterricht als neu einsetzende Fremdsprache am Max-Planck-Gymnasium teil. 

4. Wirtschaftskooperationen

Duisburg und Wuhan sind wirtschaftlich eng miteinander verknüpft. Seit vielen Jahren verkehren mehrfach wöchentlich Güterzüge zwischen den beiden Städten. Mit dem durch die Duisburger Wirtschaftsförderung (Duisburg Business and Innovation) angesiedelten Unternehmen Wuhan Asia Logistics Group (WAE) sitzt in Duisburg ein Logistikunternehmen aus Wuhan.  Der Stahl- und Aluminiumbauteilezulieferer Baosteel Tailored Blanks ist heute Teil der Shanghaier Baosteel-Gruppe, gehörte aber lange Zeit dem Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel Corporation (WISCO). War es früher gerade die Stahlindustrie, die die Kooperation der beiden Standorte bestimmte, so ist es nun die Logistik geworden. Die regelmäßigen Delegationsreisen des Duisburger Oberbürgermeisters  und der Duisburger Wirtschaft nach Wuhan sowie die Besuche Wuhaner Delegationen aus Wirtschaft und Politik in Duisburg stellen den Rahmen für erfolgreiche gemeinsame Kooperationen dar. Dazu gehören insbesondere regelmäßige Wirtschaftsveranstaltungen in Duisburg mit namenhaften Wuhaner Unternehmen, durchgeführt von den Städten Wuhan und Duisburg sowie der Duisburger Wirtschaftsförderung oder vom Verein der Hubei Chinesen durchgeführte Wirtschaftsforen.

Das „China Business Network Duisburg e.V.“ (CBND) als Zusammenschluss der maßgeblichen Chinaakteure in Duisburg bietet eine Plattform für die lokale China Business Community. Gründungs- und Vorstandsmitglieder sind Herr Johannes Pflug, ehemaliger Chinabeauftragter der Stadt Duisburg, die  Duisburg Business and Innovation, das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr, PKF Fasselt sowie die Volksbank Rhein-Ruhr.

5. Kooperationen in Wissenschaft und Forschung

Absolventen des In-East-Instituts der Universität Duisburg-Essen feiern den erfolgreichen Abschluss

Mit über 2.000 eingeschriebenen chinesischen Studierenden verfügt die Universität-Duisburg-Essen über die höchste Anzahl von Studierenden aus China. Die  Hochschule kooperiert insbesondere in den MINT Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) mit einigen chinesischen Hochschulen und hat eine gut ausgebaute Partnerschaft mit der renommierten Wuhan University sowie mit der Central China University of Science & Technology in Wuhan.

Das im Jahre 1994 gegründete Institut für Ostasienwissenschaften (IN- East) widmet sich der Forschung und Lehre zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Fragen Chinas, Japans und Koreas. Das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr, aufgestellt als Verein, kooperiert als An-Institut der Universität Duisburg-Essen mit der Wuhan University.

Veranstaltungskalender

In diesem Jahr wird die Stadt Duisburg gemeinsam mit Duisburger Institutionen und Partnern verschiedene Aktivitäten entwickeln und Veranstaltungen ausrichten, um diese erfolgreiche Kooperation gebührend zu würdigen.

Der Veranstaltungskalender wird fortlaufend aktualisiert und im Hinblick auf die pandemische Lage angepasst. Die angefügten Links verweisen auf den konkreten Veranstalter.

Ab 20. März
Ausstellung „Duisburgs internationale Beziehungen“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum 

Eröffnung der Ausstellung zu Duisburgs internationalen Beziehungen am 10.04.2022:

Offizieller Start in das Duisburg - Wuhan - Jubiläumsjahr: Am Sonntag, 10.04.2022 war es soweit! Mit einer exklusiven Veranstaltung im Kultur - und Stadthistorischen Museum mit Herrn Oberbürgermeister Sören Link, der Museumsdirektorin Frau Dr. Susanne Sommer, dem diplomatischen Corps, dem Festredner Herrn Dr. Kai Pfundheller und den Vertretern aus Wirtschaft und Kultur wurde gemeinsam die Ausstellung zu Duisburgs internationalen Beziehungen eröffnet.

Damit starten wir in unser Jubiläumsjahr. Mit den Vertretern unserer Unternehmen aus Wuhan, dem Hubei - Verein, dem Ostasien - Institut der Universität Duisburg - Essen, dem China - Beauftragten Herrn Teuber und Herrn Dr. Messing konnten wir das vierzigjährige Bestehen der ersten deutsch - chinesischen, kommunalen Partnerschaft feiern.

Übrigens: Die Ausstellung ist das ganze Jahr über geöffnet! Herzliche Einladung! Mehr Infos unter:


03.  Mai - 14. Juni 2022 

Veranstaltungsreihe "Duisburg-Wuhan: 40 Jahre deutsch-chinesische Zusammenarbeit"

03. Mai 2022, 18 - 20 Uhr

Auftaktveranstaltung

Prof. Dr. Thomas Heberer                                                                                                                                    "Die deutsch - chinesischen Städtepartnerschaften und die Partnerschaft Duisburg - Wuhan"

Erfolgreicher Auftakt unserer Vortragreihe „Duisburg–Wuhan: 40 Jahre deutsch-chinesische Zusammenarbeit“ im Kultur- und Stadthistorischen Museum!

v.l.n.r. Herr Prof. Dr. Heberer, Frau Dr. Sommer, Herr Bg. Börger, Herr Grünhage, Frau Maus

Nach Grußworten von Museumsdirektorin Frau Dr. Sommer und dem Beigeordneten der Stadt Duisburg, Herrn Börger, konnte Herr Prof. Heberer einen Überblick über die deutsch-chinesischen Städtepartnerschaften geben. Anschließend wurde Herr Dr. Weyrauch, der erste Vertreter der Stadt Duisburg in Wuhan, online dazugeschaltet, um als Zeitzeuge über die spannenden Anfangsjahre der Duisburg-Wuhan-Kooperation zu sprechen. Frau Maus, die seit vielen Jahren mit dem Thema Städtepartnerschaften bei der Stadt Duisburg betraut ist, berichtete von den Erlebnissen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Wuhan.

Prof. Dr. Thomas Heberer
Podiumsdiskussion

17. Mai 2022, 18 - 20 Uhr

Prof. Dr. Markus Taube

"Chinas Bedeutung für die deutsche Wirtschaft - Wachsender Profit und wachsende Risiken"

31. Mai 2022, 18 - 20 Uhr

Prof. Dr. Thomas Heberer

"China, Deutschland und Europa - Quo vadis?"

14. Juni 2022, 18 - 20 Uhr

Prof. Dr. Dr. Nele Noesselt

"Chinas digitale Seidenstraße - Technopolitische Dimensionen und Implikationen für Deutschland und Europa"


13. Mai 2022

Kooperationsbeginn zwischen Duisburger Max-Planck-Gymnasium und Hanyuan Chinesische Schule Düsseldorf

Mit einem bunten Festprogramm konnten das Duisburger Max-Planck-Gymnasium und die Hanyuan Chinesische Schule Düsseldorf den Beginn ihrer Kooperation am 13.05. feiern! Beide Schulen arbeiten damit nicht nur im Bereich Chinesisch als Fremdsprache und bilingualer Angebote zusammen, sondern insbesondere beim Chinesisch-Unterricht für chinesische Familien in Duisburg und Umgebung, den die Hanyuan Schule in den Räumlichkeiten des Max-Planck-Gymnasiums ausrichtet!

Das Max-Planck-Gymnasium bietet Chinesisch als reguläre Fremdsprache ab der 7. Klasse und als neu einsetzende Fremdsprache ab Klasse EF/11 an. Die Hanyuan Schule bietet in Neuss und Düsseldorf seit vielen Jahren Chinesisch-Unterricht für chinesisch-muttersprachliche Kinder mit über 700 Schülern und 20 Lehrkräften an.

Ein Meilenstein für die Stadt Duisburg, den Herr Oberbürgermeister Link, Frau Sun und Herr Wang, Schulleitung der Hanyuan Schule, Frau Rüken, Schulleiterin des Max-Planck-Gymnasiums, Frau Neese, Beigeordnete der Stadt Duisburg, Herr Bals, Ministerialdirigent des Ministeriums für Schule und Bildung, Frau Kai Yu sowie Frau Lababidi gemeinsam feierten! Auf eine gute Zusammenarbeit!

10. - 12. Juni
Drachenboot-Funregatta 

Durchgeführt von Duisburg Kontor


2. September
China Business and Investors Forum

Durchgeführt von der städtischen Tochtergesellschaft Duisburg Business and Innovation (DBI) und der NRW landeseigene Tochtergesellschaft NRW.Global.Business. Weitere Infos folgen.


03. September
Bürgerspaziergang China in Duisburg

Oberbürgermeister Sören Link lädt die Duisburgerinnen und Duisburger regelmäßig ein, ihn bei seinem Spaziergang durch die Duisburger Stadtteile zu begleiten. Hierbei werden bekannte sowie auch unbekannte Orte besucht und viel Wissenswertes über die Stadtteile vermittelt. Mehr als 1.000 chinesische Staatsangehörige leben im Stadtteil Neudorf. Am 03. September erkundet der Oberbürgermeister das chinesische Leben in Neudorf. Weitere Infos zu den Bürgerspaziergängen:


09.- 11. September

China-Fest

Das Chinafest findet seit 2018 im jährlichen Wechsel entweder in Düsseldorf, Köln oder Duisburg statt. Im Jahr 2022 ist Duisburg zum ersten Mal Ausrichter des Festes. Durchgeführt wird es von Duisburg Kontor. Weitere Infos folgen.


10. September
Schulfest als Fest der Kulturen am Max-Planck-Gymnasium

In diesem Rahmen wird auch das Chinesische Mondfest gefeiert, das laut Kalender an eben diesem Tag stattfindet. In Kooperation mit dem Konfuzius-Institut werden außerdem schulinterne Workshops für Kalligraphie und Tai-Chi angeboten. Auch eine Teezeremonie wird in diesem Zusammenhang durchgeführt.

Referat für Koordination von Chinaangelegenheiten