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30 Jahre nach Silber: Susi Wollschläger schwärmt von Olympia

Susi Wollschläger hat die Karriere von Emma Renkes (li.) und Anka Marx fest im Blick.

Dreimal durfte Susanne „Susi“ Wollschläger das besondere Flair von Olympia als Sportlerin aufsaugen. Bei den Spielen 1988 in Seoul, 1992 in Barcelona und 1996 in Atlanta hütete die Duisburgerin jeweils das Tor der Hockey-Nationalmannschaft. Olympische Spiele in der Heimat befürwortet sie ausdrücklich.

„Ich fänd‘ das super“, sagt die Silbermedaillengewinnerin von Barcelona und schwärmt auch 30 Jahre nach ihrem letzten Olympia-Auftritt noch vom Reiz, den die internationalen Wettkämpfe ausstrahlen: „Nach dem ersten Mal wollte ich es unbedingt wieder erleben. Das ganze Flair war schon gigantisch. Tür an Tür mit so großen Sportlern wie Boris Becker zu wohnen. Man nimmt einfach unfassbar viel von Olympia mit – vor allem in unserer Sportart Hockey, die diese Aufmerksamkeit ja nur alle vier Jahre bekommt.“

1992 in Barcelona gewannen die Damen mit Susi im Tor Silber - 1988 reichte es dür Platz 5 und 1996 für Rang 6.
1992 in Barcelona gewannen die Damen mit Susi im Tor Silber - 1988 reichte es dür Platz 5 und 1996 für Rang 6.

Ihre Medaille bewahrt die 60-Jährige gut geschützt in einem Stoffbeutel auf. Etwas Patina hat das Silber zwar schon angesetzt, aber noch immer ist das unglücklich in der Verlängerung verlorene Finale das Erste, woran Susi Wollschläger beim Thema Olympia zurückdenkt. Vor allem positive Erinnerungen und Emotionen wünscht sie auch dem Nachwuchs, den sie beim Club Raffelberg (CR) im Sportpark Wedau trainiert.

Emma Renkes ist nur eines von zahlreichten Talenten, die beim Club Raffelberg Feldhockey spielen.
Emma Renkes ist nur eines von zahlreichten Talenten, die beim Club Raffelberg Feldhockey spielen.

Und sollten die Olympischen Spiele tatsächlich 2036, 2040 oder 2044 nach NRW in die Region „KölnRheinRuhr“ kommen, wäre das auch für die ehemalige Weltklasse-Torfrau (110 Länderspiele) noch einmal ein Lebenshighlight. „Ich stelle mir einfach eine tolle Atmosphäre mit ganz viel Leichtigkeit und Feierlichkeiten in der Umgebung vor. Und natürlich ganz viele Menschen, die gute Laune haben. Der Sport bringt die Menschen zusammen. Das vor der Haustür zu erleben, wäre super.“

Susi Wollschlägers Begeisterung für Olympische Spiele hat sich auch auf ihre Schützlinge übertragen. Beim CR coacht sie neben der 1. Damen-Mannschaft in der Bundesliga auch die weibliche U14 und U16. Zu den hoffnungsvollsten Talenten gehören Anka Marx und Emma Renkes. Beide sind zwölf Jahre alt, beide Gymnasiastinnen in Duisburg und beide schon seit dem Kindergartenalter mit dem Hockeyschläger auf dem Platz. Westdeutsche Vizemeisterinnen sind die Freundinnen bereits. Olympia ist ihr großes Ziel.

Auch Anka Marx möchte es ihrer Trainerin am liebsten gleichtun - vielleicht dann bei Olympia in NRW. Hockey könnte dann in Mönchengladbach ausgetragen werden.
Auch Anka Marx möchte es ihrer Trainerin am liebsten gleichtun - vielleicht dann bei Olympia in NRW. Hockey könnte dann in Mönchengladbach ausgetragen werden.

Anka hat schon eine ziemlich klare Vorstellung: „Ich glaube, Olympia macht ganz viel Spaß, wenn man vor einem großen Publikum spielt. Da sind so viele Emotionen dabei. Das sorgt bestimmt für einen tollen Zusammenhalt und schweißt das Team zusammen.“ Olympia in der Heimat hätte für Emma auch ganz praktische Vorteile: „Dann kann man viele Sportarten auch mit der Familie und Freunden live sehen und muss sie nicht im Fernsehen gucken.“

Um ihren Traum in die Wirklichkeit umzusetzen, opfern die beiden Mädchen viel Freizeit, trainieren vier Mal pro Woche. Die Unterstützung und Motivation ihrer Trainerin haben sie aber sicher: „Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall. Dieses Erlebnis Olympia nimmt einem keiner mehr im Leben.“

Susi Wollschläger gibt ihre Erfahrungen als Hockey-Profi gerne an den Nachwuchs weiter.
Susi Wollschläger gibt ihre Erfahrungen als Hockey-Profi gerne an den Nachwuchs weiter.

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