Aufenthaltsstipendiatin: HALLO Duisburg - hallo Lisa Wölfel

Menschen, Tiere, Sensationen – in den meist großformatigen Werken von Lisa Wölfel gibt es viel zu entdecken. Und die Malerin ist derzeit selbst auf Entdeckungsreise – nämlich durch Duisburg. Für sich und ihre Kunst. Seit Januar 2026 ist die 37-Jährige die achte Aufenthaltsstipendiatin der Stadt.

Lisa Wölfels Markenzeichen sind die extrem langen Motiven - hier in der Kunsthalle Schweinfurt.

„Vor allem die Rheinauen haben mich gereizt“, erklärt die gebürtige Schweinfurterin ihre Entscheidung dazu, sich im vergangenen Jahr für den Aufenthalt im Westen der Republik zu bewerben. „Duisburg ist eine Großstadt und mich interessiert dieser Kontrast vom Städtischen zur Natur. Ich will mich hier mit dem Atmosphärischen beschäftigen.“

Duisburg auf sich wirken lassen und diese Eindrücke dann in Bildende Kunst übertragen - Lisa Wölfel geht das Projekt mit Verve und Enthusiasmus an: „Ich freue mich darauf, mit den Menschen hier ins Gespräch zu kommen und bin sehr herzlich aufgenommen worden.“ Passenderweise heißt ihre Begrüßungsausstellung im SG1 in der Schmalen Gasse in der Innenstadt kurz und prägnant „HALLO“. Dort können Interessierte noch bis zum 26. Februar nicht nur mit Lisa Wölfels Kunst und Kreativität in Berührung kommen, sondern die Malerin auch selbst kennen lernen. Termine gibt es auf Anfrage, geöffnet ist der Showroom sonst auch donnerstags von 17 bis 20 Uhr.

Die Stadt Duisburg und die Interessengemeinschaft Duisburger Künstler eröffnen dem/der jeweiligen Ausstellungsstipendiatin/stipendiaten jedes Jahr aber nicht nur die Möglichkeit, sich in einer Galerie und in einem Katalog einem größeren Publikum zu präsentieren, sondern stellen auch kostenfrei eine Wohnung nahe des Innenhafens, ein Atelier in Rheinhausen und ein Deutschlandticket der DVG. Noch habe sich eine Atelierroutine zwar nicht eingestellt, gesteht Lisa Wölfel. Aber das komme schnell, sobald sie ihre ersten Eindrücke vom Ruhrgebiet und Duisburg verarbeite. Ohne Zwang, mit viel Freiheit.

 

 

In Zeitz hat Lisa in ihrem Atelier viel Platz für ihre großformatigen Arbeiten.

Im Sommer im Ludwigsturm

„Auf diese Ruhe freue ich mich. Nicht von einem Termin zum anderen zu hetzen, sondern frei von Erwartungen auf die nächste Ausstellung hinarbeiten zu können“, sagt die junge Frau, die in Duisburg bei ihren Erlebnistouren von ihrem Hund Lino begleitet wird. Einen Termin hat sie dabei dennoch fest im Blick. Im August möchte Lisa Wölfel im Ludwigsturm am Innenhafen zur Vernissage einladen.

Mit ihren oft deckenhohen und bodenlangen Bildern drückt die mehrfach ausgezeichnete Meisterschülerin vor allem das aus, „was ich nicht so gut in Worte packen kann“. Und dabei begegnen dem Betrachter überlebensgroße Menschen – auch Selbstporträts – im Zusammenspiel mit vielen Tieren und Fabelwesen. Fast immer greift Lisa dabei zu Tusche und Kohle, häufig ergänzt durch Öl, Grafit, Pastell und Kreide. Als Untergrund dienen ihr nicht nur Leinwände, sondern auch Alltagsgegenstände wie ein Sonnenschutzrollo, Bettlaken oder Regalbretter. „Ich arbeite gerne mit Sachen, die schon da sind. Das gefällt mir besser als eine weiße Leinwand.“

Ein weißer Fleck ist indes noch Duisburg auf Lisas Landkarte („Es ist wirklich Neuland für mich“), aber von der Welt hat die Künstlerin schon viel gesehen. Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, ein Atelier in Zeitz in Sachsen-Anhalt, Wohnsitz mit ihrem Mann in Leipzig und Ausstellungen unter anderem in Peking und Guangzhou (China), Skopje (Nordmazedonien), Novi Sad (Serbien) sowie Oslip und Wels (Österreich). Und jetzt eben Duisburg. „Wo ich unbedingt die Sechs-Seen-Platte mit Lino erwandern will und mich auf die Begegnung mit den Menschen hier freue.“ In diesem Sinne – hallo und herzlich willkommen, Lisa Wölfel!  

Noch bis Ende Februar sind einige von Lisas Arbeiten im SG1 zu sehen.
Frau Claudia Bohndorf
Sachbearbeiterin (Kunst im öffentlichen Raum, Städt. Atelierhäuser)

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