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Clearingstelle in Duisburg geht an den Start

Mittlerweile leben in Duisburg rund 16.400 Zuwanderer aus Südosteuropa, bei denen sich immer wieder Probleme bei der medizinischen Versorgung im Regelsystem ergeben, weil sie oft nicht krankenversichert sind. Niedrigschwellige Angebote wie beispielsweise die Sprechstunde im Petershof reichen nicht aus, um die Versorgung der Menschen sicherzustellen.
Ziel ist es daher, die nicht-versicherten Menschen aus Südosteuropa frühzeitig in das reguläre Krankenversicherungssystem zu integrieren. Hierzu soll die vom Land geförderte Clearingstelle beitragen. Aufgabe der Clearingstelle ist es, zügig den Versicherungsstatus der Menschen zu klären und somit den Zugang zum regulären Gesundheitsversorgungssystem zu regeln. Die Clearingstelle steht auch Nicht-EU-Bürgern offen.
 

Förderung vom Land


 

Ministerin Barbara Steffen gab den Startschuss zur Einrichtung der vom Land finanzierten Clearingstelle in Duisburg, die bei der AWO Integration angesiedelt ist. Ministerin Barbara Steffens, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, erläuterte gemeinsam mit dem Gesundheitsdezernenten der Stadt Duisburg Dr. Ralf Krumpholz sowie Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer AWO-Integrations gGmbh Duisburg, das Konzept des Modellprojektes.

Das Land fördert die Einrichtung der Duisburger Clearingstelle mit insgesamt 486 000 € in den nächsten drei Jahren. Die AWO-Integration führt das Projekt in Kooperation mit dem Gesundheitsamt der Stadt Duisburg durch, es besteht aus 2,5 Mitarbeiterstellen. Es wird in zwei Regionen angesiedelt sein und vorhandene Beratungseinrichtungen fachlich und inhaltlich ergänzen. Vorrangige Standorte der Arbeit sind Marxloh und Hochfeld, wo besonders viele Menschen aus Südosteuropa leben. Bei bis zu 10.000 Menschen gibt es nach Einschätzung der Fachleute keine Klarheit über ihren Versicherungsstatus.

 

Gesundheitsversorgung ist Voraussetzung für gelingende Integration

Ministerin Steffens: "Der Zugang zur Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Integration. Ich freue mich, dass die AWO-Integration zusammen mit der Stadt Duisburg dem Aufruf des Landes zur Einrichtung einer Clearingstelle gefolgt ist. AWO und Stadt leisten damit einen Beitrag zur Vermeidung sozialer Ausgrenzung. Eigentlich wäre es Aufgabe des Bundes, bei EU-Bürgerinnen und -Bürgern einen unbürokratischen Zugang zu unserem Gesundheitssystem zu ermöglichen. Auf keinen Fall darf es ein politisch geduldeter Zustand sein, wenn es immer wieder Probleme bei der Finanzierung der Versorgung für Zuwanderer aus der EU gibt."

 

Gesundheitsamt der Stadt ist Teil der Clearingstelle

Das Gesundheitsamt der Stadt wird als Teil der Clearingstelle die Aufgabe übernehmen, die Kontakte zu den Gesundheitsdiensten der Heimatländer zu koordinieren. Dr. Ralf Krumpholz, Gesundheitsdezernent der Stadt Duisburg, dankte der Ministerin für die Förderung der Clearingstelle. "Die Gesundheitsversorgung der Menschen lässt sich langfristig nur sicherstellen, wenn sie durch die Integration in die sozialen Sicherungssysteme ausreichend geschützt sind." Er wies noch einmal auf die erheblichen humanitären Probleme hin, da eine medizinische Versorgung dieses Personenkreises praktisch nicht möglich ist. Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen der Kinder und einfache medizinische Untersuchungen könnten bislang nur in geringem Umfang vom Petershof in Marxloh durch ehrenamtliche Helfer angeboten werden. Patienten können nur in akuten Notfällen in Krankenhäusern behandelt werden, wobei die Kostenübernahme dabei oft nicht geklärt ist.

Umso wichtiger sei es, diese Menschen aktiv in das reguläre soziale Krankenver-sicherungssystem zu integrieren oder zumindest eine Notfallbehandlung über die heimatliche Gesundheitssysteme herzustellen.

 

Hilfe durch AWO-Integrations gGmbH

Die Fragen, die sich in diesem Zusammenhang stellen, sowie der Zugang zur hiesigen Krankenversicherung bzw. zu Sozialleistungssystemen sind meist sehr komplex. Sie verursachen nicht nur vielen Migrantinnen und Migranten, sondern auch den Leistungserbringern und Fachkräfte in den Hilfestrukturen häufig Probleme. "Für einen Teil der Zuwanderer besteht die Möglichkeit, einen Versicherungsschutz aus heimatlichen Regelungen abzuleiten oder doch noch in das deutsche Versicherungssystem integriert zu werden. Wir als Clearingstelle wollen helfen, diese Fragen individuell im Sinne der betroffenen Ratsuchenden zu beantworten", erläutert Karl-August Schwarthans, Geschäftsführer der AWO-Integration gGmbH.

 
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