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Wald

Vor etwa 12.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit, besiedelten verschiedene Baum- und Straucharten wieder unsere Landschaft. Im Laufe der Waldentwicklung setzte sich zunehmend die Buche als beherrschende Baumart in unseren Breiten durch. Ein großer Teil der Duisburger Wälder ist auf diesen Ursprung zurückzuführen.

Mensch und Natur - der Wald ist ein Erlebnisraum in dem eine nachhaltige Entwicklung mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann.

Geschichte des Duisburger Waldes


Ein breiter Waldgürtel zog sich vom heutigen Duisburger Stadtwald bis zum Rhein. Durch die Siedlungsentwicklung und vielfältige Nutzung (Ackerland, Bauland, Bau- und Brennholz, Viehhaltung, etc.) wurden die Waldflächen immer weiter zurückgedrängt. Die Industrialisierung und die damit verbundene Zunahme der Bevölkerung verringerte die Waldflächen weiter. Wald wird auch heute noch für Baumaßnahmen, wie z. B. die Verbreiterung der A 3 auf sechs Spuren, in Anspruch genommen. Diese Flächenreduzierungen werden auf Grund gesetzlicher Regelungen durch Ersatzaufforstungen an anderer Stelle kompensiert. Es wird hier allerdings 2 - 3 Waldgenerationen dauern (eine Waldgeneration entspricht im Schnitt etwa 150 Jahren) bis diese Flächen den ökologischen Wert eines alten Waldbestandes haben. Ein großer Teil der Neuaufforstungen ist auf die Rekultivierung von Halden und Deponien zurückzuführen. Im Volksmund spricht man hier auch von der "Rheinischen Fruchtfolge": Ackerland, Auskiesung, Deponie, Wald. Insgesamt weist die Waldflächenbilanz in den letzten Jahren einen Zuwachs von etwa 2 % aus.

Das Bemühen, Waldflächen zu vermehren, wird auch zukünftig eine wesentliche Aufgabe des "Großstadtförsters" bleiben.

Der Duisburger Wald ist übrigens einer der ältesten Stadtwälder im Rheinland. Vor etwa 1.000 Jahren entstand der sog. "Erbenwald", ein Genossenschaftswald mit Beteiligung der Stadt. Schon zu dieser Zeit setzte die Stadt Förster ein.


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Funktionen des Waldes


Erholungsraum
- Ein Raum zum Spazieren gehen, zum Abschalten und Entspannen. Der Trost der Bäume, das Vogelgezwitscher, Sonnenstrahlen, die sich im Geäst brechen, das bunte Herbstlaub, der Duft des regenfeuchten Waldes.

Lebensraum für Tiere und Pflanzen - Im Laufe der Jahre haben sich schöne Landschaftserlebnisse, als Lebensraum für ca. 5.000 vorkommende Tier- und Pflanzenarten entwickelt.

Immissionsschutz - Die Filterung von Abgasen und Stäuben über die Blattorgange aus der Luft dienen dem Immissionsschutzes.

Sicht- und Lärmschutz - Wald mindert Temperaturextreme, seine kühleren Temperaturen sorgen gegenüber den höheren Temperturen in den bebauten Bereichen für Luftbewegung und dadurch zu Luftaustausch.

Wasserschutz - Speicherung und Filterung des Bodenwassers auf seinem Weg zum Grundwasser.

Bodenschutz - Sicherung von steilen Böschungen und Hängen vor Bodenerosion, in Duisburg häufig auf Deponien. In landwirtschaftlichen genutzten Bereichen dient er als Windschutzstreifen, um Winderosion zu verringern.

Nutzfunktionen - Weltweit ist Holz ein knapper und begehrter nachwachsender Rohstoff. Der Gesetzgeber verpflichtet deshalb die öffentlichen Waldbesitzer ihre Wälder zu bewirtschaften. Die Forstverwaltung der Stadt bewältigt dies mit dem Schwerpunkt eines naturnahen Waldbaues. Jedes Jahr werden ca. 3.500 cbm Holz aus dem Duisburger Wald eingeschlagen und verkauft.


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Waldeigentum


Etwa 2.500 ha des Duisburger Stadtgebietes sind Wald, das entspricht etwa 10,7 % der Gesamtfläche der Stadt. Der Wald wird zumeist als Gemeingut betrachtet. In den meisten Fällen ist er für alle offen und zu begehen. Das sogenannte Betretungsrecht zum Zwecke der Erholung ist im Landesforstgesetz verankert. Dabei ist es unerheblich wer der Waldeigentümer ist. In Duisburg gehören fast zwei Drittel des Waldes der Stadt oder dem Regionalverband Ruhr (RVR), die ihn bewusst für die Menschen hält, pflegen und zur Erholung öffnen. Das andere Drittel ist Privatwald unterschiedlicher Eigentümer, wie z. B. der Gräflich von Spee`schen Forstverwaltung, einiger Industriebetriebe und einiger Einzelpersonen. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen haben in Duisburg keinen oder nur in geringem Umfang Waldbesitz. Vor allem zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie in den sechziger Jahren kaufte die Stadt umfangreiche Waldflächen von Privateigentümern. Dies war eine sehr weitsichtige Entscheidung zur Sicherung dieses wichtigen Natur- und Erholungsraumes. Letzten Endes konnte nur noch die Stadt die Aufgabe der Walderhaltung im unmittelbar innerstädtischen Bereich erfüllen, da die zahlreichen Belastungen des Waldes und die vielfältigen Ansprüche an den Wald in einer industriellen Großstadt die Möglichkeiten eines Privateigentümers übersteigen.


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Waldbau

Der Waldbau ist ein zentraler Bestandteil der Forstwirtschaft. Sein Ziel ist es, das Wachstum und die Stabilität der Waldbestände zu sichern und zu verbessern. Als Oberziel der Waldbewirtschaftung stehen dabei ökonomische, ökologische und soziale Ziele nebeneinander. Die Umsetzung forstpolitischer Vorgaben sowie die Erarbeitung von landesweiten Bewirtschaftungsgrundsätzen steht dabei im Mittelpunkt. Der Schwerpunkt im Arbeitsbereich Waldbau liegt in der Sicherung der Nachhaltigkeit. Dies verlangt landesweite Vorgaben und Standards (z. B. Forsteinrichtung, forstliche Standortkartierung).

Die Leistungsfähigkeit des Waldes wird sowohl von biotischen (Schadinsekten wie Borkenkäfer und Pilzschäden) als auch abiotischen Faktoren (Sturm, Waldbrand, Eintrag von Schadstoffen) bedroht. Aufgabe des Waldschutzes ist es, Programme zum Schutz der Wälder und Baumbeständen zu erarbeiten und umzusetzen. Dabei werden sowohl die forstwirtschaftlichen wie auch die nicht materiellen Ansprüche der Gesaellschaft (wie Erholung, Klima) an den Wald als schützenswert betrachtet.


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Urwald

Der Natur freien Lauf lassen!