Logistik
Duisburg zählt zu den bedeutendsten Logistikstandorten Europas. Die Lage im Rhein-Ruhr-Korridor, der größte Binnenhafen der Welt, das Güterverkehrszentrum duisport sowie die internationale Vernetzung prägen die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt seit Jahrzehnten. Im Zuge des Strukturwandels hat die Logistik weiter an Bedeutung gewonnen und ist heute ein zentraler Bestandteil der Duisburger Wirtschaftsstruktur mit vielen internationalen Handelspartnern.
Die im Jahr 2025 abgeschlossene und von der Stadt Duisburg beauftragte Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Consult) hebt die hohe wirtschaftliche Bedeutung der Logistik für Duisburg hervor, zeigt zugleich jedoch strukturelle Zielkonflikte auf, die eine strategische Weiterentwicklung des Standorts erforderlich machen.
Wirtschaftliche Bedeutung der Logistikbranche
Die Logistik ist einer der tragenden Wirtschaftszweige Duisburgs:
- Rund 19.000 Beschäftigte in 652 Unternehmen arbeiten in der Duisburger Logistik. Das entspricht 8,1 Prozent aller Erwerbstätigen und ist dadurch die zweitgrößte Beschäftigungsbranche der Stadt.
- Die Logistik erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt von 1,8 Milliarden Euro und trägt damit 8,3 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung Duisburgs bei.
- Einschließlich indirekter und induzierter Effekte sind bundesweit rund 42.100 Arbeitsplätze mit der Duisburger Logistik verbunden. Mehr als die Hälfte dieser Effekte entfällt auf Duisburg selbst.
- Das durch die Logistik ausgelöste Steueraufkommen beträgt 653 Millionen Euro, hinzu kommen 695 Millionen Euro Sozialversicherungsbeiträge. Rund 56 Millionen Euro der Steuereinnahmen verbleiben direkt in Duisburg.
Beschäftigung und Branchenstruktur
Die Logistik bietet stabile Beschäftigungsmöglichkeiten, insbesondere für mittlere und einfache Qualifikationen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sozialen Stabilität des Arbeitsmarktes:
- Der durchschnittliche Jahresbruttolohn liegt bei 40.886 Euro. Dies entspricht dem bundesweiten Durchschnitt der Logistikbranche, liegt allerdings unter dem gesamtstädtischen Jahresbruttolohndurchschnitt.
- Der Anteil der Niedriglohnbeschäftigung beträgt 16,7 Prozent.
- Gleichzeitig entfallen 84 Prozent der Tätigkeiten auf Helfer- und Fachkrafttätigkeiten, was die Branche langfristig anfällig für Automatisierung und strukturelle Veränderungen macht.
Flächen- und Infrastrukturwirkungen
Mit ihrer starken räumlichen Präsenz stellt die Logistik besondere Anforderungen an Stadtentwicklung und Infrastruktur:
- Die Logistik ist der größte gewerbliche Flächeninanspruchnehmer in Deutschland.
- Die Flächenproduktivität liegt mit 2,6 Millionen Euro Bruttoinlandsprodukt je Hektar unter der des Verarbeitenden Gewerbes und wissensintensiver Dienstleistungen.
- Die hohe Verkehrsintensität führt zu überdurchschnittlichen Belastungen von Straßen, Brücken und Umwelt, etwa durch Staus, Lärm und Luftschadstoffe, einhergehend mit erheblichen kommunalen Folgekosten.
Chancen und Herausforderungen
Trotz der genannten Herausforderungen bietet die Logistik wichtige Entwicklungsperspektiven für Duisburg:
- Sie stärkt die Standortattraktivität und wirkt als Ankerbranche für weitere Wirtschaftszweige, etwa in der Kreislaufwirtschaft, im Recycling oder im Umschlag- und Hafengewerbe.
- Digitalisierung, Automatisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen Potenziale zur Effizienzsteigerung, zur Erhöhung der Wertschöpfung und zur Entwicklung neuer, qualifizierter Tätigkeiten.
- Gleichzeitig erfordern die hohe Flächeninanspruchnahme, der zunehmende Automatisierungsdruck und die Belastung der Infrastruktur eine strategische Steuerung der weiteren Logistikentwicklung.
Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit und kann außerdem unter folgendem Link auf der Seite der IW Consult aufgerufen werden: Impact Logistikbranche Duisburg (Öffnet in einem neuen Tab)
