Dach- und Fassadenbegrünung – Mehr Grün in der Vertikalen
Eine Dachbegrünung schützt das Gebäude vor Hitze, indem sie die Sonneneinstrahlung absorbiert und verdunstet. Dies kann die Innenraumtemperaturen erheblich senken und den Bedarf an Klimaanlagen reduzieren.
Dachbegrünung
Dachbegrünung bedeutet Mehrwert
Begrünte Dächer tragen zur Abkühlung der Umgebung bei, indem sie die Hitzeaufnahme reduzieren und durch Verdunstungskälte das Mikroklima verbessern. Im Winter wirkt die Substratschicht der Begrünung als zusätzliche Dämmung, die den Wärmeverlust verringert und die Heizkosten senkt.
Eine Dachbegrünung schafft nebenbei neuen Lebensraum in städtischen Gebieten. Bestimmte Pflanzenarten, wie z.B. Kräuter und Gräser, ziehen Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber an. Insbesondere bei intensiver Dachbegrünung können auf Dächern kleine Biotope entstehen, die zur Erhaltung von Flora und Fauna beitragen.
Besonders bei Flachdächern oder Dächern mit geringer Neigung (bis ca. 10-15°) ist eine Dachbegrünung relativ leicht umzusetzen.
Arten von Dachbegrünung
Extensive Dachbegrünung
Extensive Dachbegrünung ist ideal für Dächer mit einer geringen Traglast. Sie benötigt eine dünne Substratschicht (ca. 5-15 cm) und ist mit geringem Pflegeaufwand verbunden. Typische Pflanzen für die extensive Begrünung sind Sedum-Arten (Mauerpfeffer), Moos, Gräser und Kräuter, die trockenheitsresistent und anspruchslos sind. Die extensive Begrünung kommt mit wenig Wasser aus und ist größtenteils auf natürliche Niederschläge angewiesen.
Intensive Dachbegrünung
Intensive Dachbegrünung ähnelt einem normalen Garten und erlaubt die Bepflanzung mit Sträuchern, Stauden und sogar kleinen Bäumen. Sie erfordert eine dickere Substratschicht (ca. 20-50 cm) und ist schwerer als eine extensive Begrünung. Intensive Begrünungen benötigen regelmäßige Pflege und Bewässerung, ähnlich wie ein Garten. Sie bieten aber auch mehr Gestaltungsmöglichkeiten und können als Erholungsfläche genutzt werden. Abhängig von der Traglast des Daches kann diese Form der Begrünung auch begehbar gestaltet werden und dient als zusätzlicher Grünraum für Freizeitaktivitäten.
Vor der Umsetzung ist eine Prüfung der Tragfähigkeit des Daches durch einen Statiker unerlässlich, insbesondere bei intensiver Dachbegrünung. Eine hochwertige Dachabdichtung mit Wurzelschutzfolie ist notwendig, um das Eindringen von Wurzeln und Feuchtigkeit in die Dachkonstruktion zu verhindern. Achten Sie auf eine ausreichende Entwässerung des Daches. Bei flachen Dächern sind spezielle Drainagesysteme notwendig, um Staunässe zu vermeiden.
Das verwendete Substrat muss leicht, aber nährstoffreich sein. Es sollte eine gute Wasserspeicherkapazität haben, aber gleichzeitig überschüssiges Wasser abführen können. Wählen Sie Pflanzen aus, die an extreme Bedingungen wie Trockenheit und Wind angepasst sind. Bei extensiven Begrünungen eignen sich Sedum-Arten, bei intensiven Begrünungen können auch Sträucher und kleine Bäume gepflanzt werden.
Empfohlene Aufbaudicke der Substratauflage bei Dachbegrünung von Gebäuden
Vegetationsform
Durchwurzelbare Aufbaudicke in cm
Moos-Sedum-Begrünung
4-8
Sedum-Moos-Kraut-Begrünung
6-10
Sedum-Kraut-Gras-Begrünung
10-15
Gras-Kraut-Begrünung
15-20
Gras-Kraut-Begrünung
12-35
Wildstauden-Gehölz-Begrünung
12-50
Gehölz-Stauden-Begrünung
15-50
Gehölz-Begrünung
20-100
Rasen
15-35
Niedrige Stauden und Gehölze
15-50
Mittelhohe Stauden und Gehölze
20-50
Hohe Stauden und Sträucher
35-50
Bewässerung
Extensive Dachbegrünungen benötigen in der Regel nur in extrem trockenen Phasen zusätzliche Bewässerung, während intensive Begrünungen eine regelmäßige Bewässerung erfordern können. Ein bis zwei Mal pro Jahr sollte eine Düngung erfolgen, um das Wachstum der Pflanzen zu fördern. Intensive Begrünungen benötigen zudem regelmäßigen Rückschnitt und Unkrautentfernung.
Die Stadt Duisburg bietet über die Regenagentur (Öffnet in einem neuen Tab) Förderprogramme für Dachbegrünungen an, die einen Teil der Investitionskosten decken.
Begrünte Außenwände verbessern die Luftqualität und tragen zur Kühlung von Gebäuden bei und schaffen zusätzlichen Lebensraum für Pflanzen und eine Vielzahl von Insekten, Vögeln und kleinen Tieren. Sie tragen zur Erhöhung der städtischen Biodiversität bei.
Insbesondere bei großen Fassadenflächen ist dies eine effektive Maßnahme. Begrünte Außenwände, auch bekannt als „vertikale Gärten“ oder „grüne Fassaden“, bieten eine ästhetische und funktionale Möglichkeit, die Umweltbedingungen in urbanen Räumen zu verbessern. Diese Maßnahme ist besonders effektiv bei großen Fassadenflächen und kann sowohl in Neubauten als auch in bestehenden Gebäuden umgesetzt werden.
Arten von Fassadenbegrünung
Direkte Begrünung
Bei der direkten Begrünung werden Kletterpflanzen, wie Efeu oder Wilder Wein, direkt an der Fassade gepflanzt. Diese Pflanzen haften selbstständig an der Wand oder benötigen eine Rankhilfe. Diese Methode ist kostengünstig und pflegeleicht. Die Pflanzen wachsen direkt an der Wand entlang und benötigen wenig zusätzliche Infrastruktur. Bei unsachgemäßer Auswahl der Pflanzen oder unzureichender Pflege können die Wurzeln und Haftorgane der Pflanzen die Fassade beschädigen. Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege sind notwendig.
Indirekte Begrünung
Bei der indirekten Begrünung werden Rankpflanzen an einem Trägersystem aus Seilen, Gittern oder Spalieren geführt, das in einem Abstand zur Fassade installiert wird. Die Pflanzen wachsen entlang dieser Strukturen, ohne direkten Kontakt zur Wand. Diese Methode verhindert Schäden an der Fassade und ermöglicht eine gezielte Gestaltung der Begrünung. Die Luftzirkulation zwischen Wand und Pflanzen wird gefördert, was die Gebäudeisolierung unterstützt. Indirekte Begrünungssysteme können einfach angepasst und erweitert werden. Sie eignen sich auch für Mietobjekte, da sie wieder abgebaut werden können, ohne das Gebäude zu beschädigen.
Lebende Wände
Lebende Wände bestehen aus vorgefertigten Modulen, die an der Fassade befestigt werden. Diese Module enthalten Substrat und Bewässerungssysteme, die es ermöglichen, eine Vielzahl von Pflanzen vertikal zu kultivieren. Diese Systeme ermöglichen eine vielfältige Pflanzenauswahl, einschließlich blühender Stauden, Kräuter und sogar Gemüsepflanzen. Sie bieten auch in dicht besiedelten Gebieten die Möglichkeit, umfangreiche Grünflächen zu schaffen. Lebende Wände erfordern ein gut funktionierendes Bewässerungs- und Düngungssystem sowie regelmäßige Pflege, um das gesunde Wachstum der Pflanzen zu gewährleisten.
Wahl der Pflanzen
Die Wahl der Pflanzen hängt stark von den Lichtverhältnissen ab. Südfassaden benötigen sonnenverträgliche Pflanzen, während Nordfassaden schattentolerante Arten erfordern. Planen Sie ein effizientes Bewässerungssystem, besonders bei lebenden Wänden. Tropfbewässerungssysteme sind ideal, um den Wasserverbrauch zu minimieren und die Pflanzen optimal zu versorgen. Berücksichtigen Sie das lokale Klima.
Wählen Sie Pflanzen, die den örtlichen Temperaturen, Windbedingungen und Niederschlagsmustern standhalten. Für geringere Wartungskosten und Aufwand eignen sich pflegeleichte und widerstandsfähige Pflanzen, wie Efeu, Wilder Wein, Clematis, oder Sedum-Arten. Kombinieren Sie verschiedene Pflanzenarten, um eine blühende, vielfältige Begrünung zu schaffen. Dies erhöht die ökologischen Vorteile und fördert die Biodiversität. Verwenden Sie möglichst heimische Pflanzenarten, die gut an das lokale Klima angepasst sind und einen hohen ökologischen Wert haben.