Historie

Zeche Friedrich Thyssen versorgte Stahlwerk mit Steinkohle

 

Die "Zeche Friedrich Thyssen", benannt nach dem Vater des Industriellen August Thyssen, ging hervor aus der Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Im September 1891 gab August Thyssen bekannt, im Besitz aller Anteile an dieser Gesellschaft zu sein. Für Duisburg war dies der Startschuss zur Stahlproduktion in der Stadt. Drei Monate später fand im Beisein des Firmengründers die erste Schmelze im Stahlwerk statt. Dies ist auch der Anlass für das 125-jährige Jubiläum "Stahl aus Duisburg", das die Stahlsparte von thyssenkrupp in diesem Jahr feiert. August Thyssen legte mit der Vereinigung von Kohleförderung und Stahlproduktion unter einem Dach den Grundstein für den Erfolg seines Unternehmens.

 

Die "Zeche Friedrich Thyssen" war zeitweise die größte Zeche im Ruhrgebiet. Der Schacht 2/5 wurde vom 2. Januar 1896 bis zum 15. Dezember 1976 betrieben. In dieser Zeit wurden insgesamt über 91 Millionen Tonnen Steinkohle abgebaut. Das qualitativ hochwertige "schwarze Gold" aus der Hamborner Erde wurde im Wesentlichen zu Koks verarbeitet, mit dessen Hilfe die Stahlkocher in den Hochöfen bei Thyssen Roheisen produzierten.

Zechengelände Schacht 2/5

Das ehemalige Zechengelände Schacht 2/5 wird zum grünen Quartier "Friedrich-Park" umgestaltet.
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Zwischen den Stadtteilen Marxloh und Fahrn entstehen auf rund 25 Hektar ein Gewerbegebiet, eine weitläufige Grünfläche, die sich in die Grünvernetzung Nord integriert sowie der erste Bauabschnitt der Süd-West-Querspange Hamborn/Walsum.


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Diese Entwicklung für die Brachfläche Schacht 2/5 eröffnet neue Perspektiven für den Duisburger Norden und seine Bürger: Gemeinsam planen die Stahlsparte von thyssenkrupp und die Stadt Duisburg die Weiterentwicklung einer Fläche der ehemaligen Zeche Friedrich Thyssen. Aus dem Gelände von "Schacht 2/5" wird dann der "Friedrich-Park". Durch dieses städtebauliche Großprojekt soll auch eine Umgehungsstraße von der Autobahn A 59 kommend, die sogenannte "Süd-West-Querspange Hamborn/Walsum", gebaut werden. Nach erfolgter Bürgerbeteiligung sowie Abschluss des Bauleitplan-Verfahrens könnte 2018 mit den ersten Maßnahmen zur Umgestaltung des gesamten Brachgeländes begonnen werden.


Auf der Schachtanlage "Friedrich Thyssen 2/5" wurde 1976 die letzte Kohle gefördert. Nach 80 Jahren Betrieb wurde die Grube geschlossen, womit die Geschichte der Bergbauförderung in Hamborn endete. Das Gelände gehört thyssenkrupp und soll im Rahmen der Entwicklung der Stadt Duisburg übertragen werden. Das Konzept für das insgesamt etwa 35 Fußballfelder große Grundstück besteht aus verschiedenen Teilen:

 

  • Kernstück der künftigen Nutzung ist ein gut 10 Hektar betragendes grünes Areal, das als öffentlicher, den Bürgern zugänglicher Erholungsraum im Duisburger Norden dienen soll. Im Zuge des gesellschaftlichen Engagements als "guter Nachbar" wird die Stahlsparte von thyssenkrupp die Begrünung übernehmen. Die konkrete Ausgestaltung der Grün- und Spielflächen wird im Laufe des weiteren Planungsverfahrens erarbeitet. Daran sollen dann auch die Duisburger Bürger mitwirken.

 

  • Im zentralen Teil des Geländes entsteht eine Gewerbefläche. Hier sollen mit Hilfe der Duisburger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Das noch zu entwickelnde Nutzungskonzept wird sich dabei am Bedarf im Duisburger Norden orientieren.

 

  • Zur Entlastung der Anwohner in den Duisburger Stadtteilen Marxloh und Fahrn ist eine Umgehungsstraße, die als "Süd-West Querspange Hamborn/Walsum" bezeichnet wird, vorgesehen. Diese quert von der Autobahn A 59 ausgehend, das Plangebiet und führt im weiteren Verlauf am nördlichen Rand des thyssenkrupp-Werkes um Walsum herum. Diese Straße wird dann deutliche Erleichterungen beim innerstädtischen Verkehr mit sich bringen. Auch die geplante Hafenentwicklung "Logport VI" auf dem Gelände der stillgelegten Papierfabrik in Duisburg-Walsum wird damit verkehrstechnisch angebunden.

 

  • Parallel zu dieser Umgehungsstraße wird eine Trasse der Fernwärmeschiene Rhein-Ruhr gelegt, die künftig viele Haushalte in Duisburg versorgen soll.

 

Eine erste Informations-Veranstaltung dazu fand am 14. November im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung zum B-Planverfahren statt. Der Start für die Umgestaltung soll so schnell wie möglich erfolgen. Bis die Anwohner von den Vorteilen der Grünfläche und der Entlastungsstraße profitieren können, wird es aber noch etwas dauern. Nach Abschluss der Maßnahmen wird dieses grüne Quartier für Naherholung und Gewerbetreibende ein weiteres wegweisendes Beispiel für den Strukturwandel im Ruhrgebiet sein.  


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