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Christian Poßer


Biotopverbundkonzept

Biotop in SchwafheimGroßbildansicht
Biotop in Schwafheim

Um eine ökologische Entwicklung der Grün- und Freiflächen, eine optimale Entwicklung der naturnahen Erholungs-, Erlebnis- und Freizeitmöglichkeiten für die Bürger und der zukünftigen baulichen Stadtentwicklung  zu ermöglichen, wurde erstmals 1995 für den Bereich Duisburg-Nord, im Jahr 2000 für Duisburg-Süd und 2005 für den Duisburger Westen jeweils eine Biotopkartierung durchgeführt und danach in Abständen aktualisiert. Darauf aufbauend wurde jeweils ein Biotopverbundkonzept erarbeitet. 

Die Biotopverbundkonzepte bauen auf der flächendeckenden Bestandserfassung und der Ausweisung der potenziell ökologisch wertvollen Flächen auf. Die jeweiligen Defizitbereiche sind beschrieben und in Karten dargestellt worden. Es wurde dabei davon ausgegangen, dass trotz vielfach intensiver Nutzung und oft beeinträchtigter, isolierter naturnaher Restflächen das Entwicklungspotenzial der verbliebenen Freiflächen als hoch einzuschätzen ist.


Biotop "Blaue Kuhle"Großbildansicht
Biotop "Blaue Kuhle"

Die Biotopverbundkonzepte sind Fachgutachten und ökologische Leitlinien, die zusammen mit den weiteren Planungen u.a. die notwendige Grundlage für die Erholungs- und Freizeitplanung im Rahmen des zukünftigen  Grünordnungs- und Freifraumentwicklungskonzeptes Duisburg (GFK) darstellen. Sie sind darüber hinaus die Ergänzungen des rechtskräftigen Landschaftsplanes im Außenbereich sowie Grundlage zur Neuaufstellung des Landschaftsplanes als auch des Flächennutzungsplanes Duisburg. Ferner sind die Konzepte als Grundlage für den Biotop- und Artenschutz bei der sachlichen Auseinandersetzung mit anderen planerischen Vorhaben auszuwerten und als Leitlinie zu beachten.

Die Biotopverbundkonzepte werden im Rahmen der Eingriffs-/Ausgleichsregelung und des Ökokontos umgesetzt, d. h. dass u. a. Flächen aus den Konzepten als Ausgleichsflächen für Eingriffe in Natur und Landschaft herangezogen werden.

In Bauleitplanverfahren (Aufstellung von Bebauungsplänen) werden die Belange des Biotopverbundes auf den beplanten Flächen mit in die Abwägung einbezogen und ebenso bei der Aufstellung bzw. Änderung des Flächennutzungsplanes berücksichtigt.

Maßnahmen:

Auf Grundlage des Konzeptes Duisburg-Nord wurden schon eine Reihe der geplanten Maßnahmen umgesetzt, die eine Schließung der zahlreichen Lücken im Biotopverbund bewirken und vorhandene Walddefizite ausgleichen. Zu diesen Maßnahmen zählen u.a.:

  • Erstellung einer Grünverbindung Duisburg-Walsum zwischen Ruloffsbusch  und Driesenbusch
  • Anlage eines Kleingewässers in der Grünfläche Styrumer Straße
  • Anlage eines Kleingewässers im Grünbereich Wehofer Straße/Dr.-Hans-Böckler-Straße
  • Umbau der Waldbestände von fremdländischen oder nicht bodenständigen Gehölzen in heimische Waldgesellschaften
  • Aufforstung einer ca. 1,2 ha großen landwirtschaftlichen Fläche mit heimischen Gehölzen einschließlich eines Waldrandes an der Oberhauser Allee in Duisburg Neumühl
  • Anpassung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auf Friedhöfen und in Grünanlagen

Trotz dieser Maßnahmen bestehen weiterhin Bereiche, in denen ein Lückenschluß aus unterschiedlichen Gründen (Eigentumsverhältnisse o. ä.) noch nicht möglich ist. Im Duisburger Süden, der u. a. Aufwertungspotenziale im Bereich der ausgeräumten Feldflur Duisburg-Serm, den Ackerflächen im Bereich Ehinger Rheinaue und der mangelhaften Eingrünung der B 288 nach Süden aufweist, müssen aufgrund der im Biotopverbundkonzept aufgezeigten Defizite Maßnahmen zukünftig geplant und umgesetzt werden.

Biotopverbundplanung ist eine Maßnahmenkombination aus Großflächenschutz, Lebensraumvernetzung und Isolationsabbau. Dabei werden sowohl die ökologisch wertvollen Bereiche des Planungsgebietes als auch die der angrenzenden Außenbereiche berücksichtigt.

Ziel der Biotopverbundplanung ist die Herstellung, Wiederherstellung oder Neubegründung eines möglichen Austausches von Pflanzen und Tieren zwischen den verschiedenen Lebensräumen und ihre Optimierung.

Die vier Elemente eines funktionierenden Biotopverbundes sind:

  • Kernlebensräume
  • Trittsteinbiotope
  • Korridorbiotope
  • Isolationsabbau durch Nutzungsextensivierung

Zur Erhaltung und Optimierung vorhandener Biotope, zur Verbindung der vorhandenen ökologisch wertvollen Bereiche und Strukturen, durch die Neuanlage von Biotopen sowie zur funktionellen Anbindung des Planungsraumes an den Außenbereich, sind Maßnahmenkataloge erarbeitet worden. Alle Erfassungen und Planungen sind im dazugehörigen Textteil erläutert worden. Eine Beteiligung der städt. Ämter, der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, des Immobilien Managements Duisburg, der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, der Landwirtschaftskammer NRW, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW, des Regionalverbandes Ruhr, des Landesbetriebes Wald und Holz als Untere Forstbehörde und der Naturschutzverbände wurde schon während der Erarbeitungsphase durchgeführt und deren Anregungen somit frühzeitig aufgenommen.

Der Erläuterungstext und die Karten sind nach Stadtgebieten (Duisburg-Nord
 Duisburg Mitte/Süd und Duisburg-West) geordnet und können unter dem nebenstehenden Link eingesehen oder heruntergeladen werden.